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Nkongsamba-Dschang-Nkongsamba

Es ist lange her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Die Wochen verfliegen hier nur so, zumal ich als Lehrerin jetzt fast nur noch in Wochenabschnitten denke, weil ich so meinen Unterricht, Klassenarbeiten und Wochenenden plane. Meine Mutter kommt ueber Weihnachten und ich habe schon ein schoenes Hotel in Limbé, ein Touriort, gebucht. Ich freue mich schon so sehr mal wieder schwimmen zu gehen!

Das letzte We bin ich nach Dschang, einer grossen Universitaetstadt, gefahren, weil ich dort auf eine Beerdigungsfeier eingeladen wurde. Ich habe bei zwei Zivis uebernachtet, die beide mit dem  Internationalen Bund hier sind, aber nicht von Weltwaerts gesponsort werden. Sie wohnen bei einer Familie, dessen Vater der 13 Jahre in Deutschland studiert hat und gleichzeitig Chef eines Ortes in der Naehe von Dschang ist. Der Chef ist Direktor einer privaten anglophonen Grundschule, wo die beiden Joseph und Felix als Deutsch-und Informatiklehrer arbeiten. Sie sprechen aber kein Franzoesisch, brauchen auch nur Englisch in der Schule. Das Haus ist der oberhammer! Riesig, mit richtiger Dusche, Kachelboden, Waschmaschine usw...Ich habe es sehr genossen dort zu uebernachten .

Die Beerdigungsfeier ging den ganzen Samstag. Wenn ein Familienmitglied gestorben ist und die Familie Geld hat, dann veranstaltet sie nach einigen Jahren oder jedes Jahr eine Feier, um an den Verstorbenen, Verstorbene zu erinnern und ihn, sie zu ehren. Ich habe also zunaechst ein afrikanisches Kleid bekommen. Den Stoff sucht die Familie des Verstorbenen aus. Es ist an den Schultern ein wenig eng. Ich habe mich ein wenig  gefreut, weil das zeigt, dass meine Muskulatur nicht ganz abgebaut ist .

Danach gings zum Haus der Familie, wo schon fleissig gekocht wurde. Ich wurde von allen herzlich begruesst und empfangen. Wir haben etwas getrunken und sind zu einem Platz gelaufen, wo die Taenze stattgefunden haben. Alle Gaeste sind "einmarschiert" und haben sich gesetzt oder einen Kreis gebildet. Die Familienmitglieder in der Mitte. es wurde getrommelt und gesungen, getanzt und dann kamen einige Gaeste aus dem Dorf der Familie in traditioneller Kleidung und haben getanzt, das war richtig cool. Nach dieser Zeremonie haben wir uns am Buffet bedient und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Ratte gekoste! Der Kopf war so gross wie ein Katzenkopf! Ich wuerde es nicht nochmal essen, aber die Erfahrung war es wert. Am abned bin ich mit Felix und Joseph was trinken gegangen, Bier natuerlich und am Sonntag waren wir in der Kirche und ich bin nach Hause gefahren. Die Fhart war sowas von eng! Ich weiss nicht, wie die Leute es 6 Stunden so aushalten koennen, sie sind wahrscheinlich einfach daran gewoehnt. Zwischendurch hatte der Bus eine Panne und ich dachte schon, dass ich die Nacht in dem unbekannten Dorf verbringen muss. Es ging aber schnell weiter und ich kam rechzeitig zu Hause an. Jedenfalls werde mich die beiden im neuen Jahr mal besuchen kommen, nachdem sie den Mount Cameroun bestiegen haben. Joseph, der auch Lariam-Malariaprophylaxe einnimmt wie ich, hat des oefteren Halluzinationen. Er sieht irgendwelche rieseninsekten und trauemt ganz wirres Zeug. Ich bin froh, dass ich das Zeug vertrage!!! Jedoch traeume ich von Leuten, mit denen ich eigentlich nie was zu tun habe, bzw hatte und ich habe ein wenig Haarausfall, was aber auch am Wasser liegen koennte.

Mitlerweile haben wir einen Deutschclub gegrundet, dessen Oberhaupt eine Praesidentin ist. Finde ich richtig cool. Im Vorstand ist nur ein Junge. Es ist aber so schwierig einen termin zu finden, wo die Schueler Zeit haben. Wir haben erstmal versucht den Club in die Mittagspause zu legen, aber die Schueler haben Hunger und gehen Heim zum Essen. Mittwochs, wo der Nachmittag frei ist gehts auch nicht, weil es Konfiunterricht gibt und die Schueler Wiederholungsstunden haben. Wir treffen uns also zwei mal die Woche am Ende der Mittagspause. Das erste treffen war nicht ganz erfolgreich, vielleicht 10 Schueler-aber immerhin! Die Schueler sind hier so stark in den Haushalt und die Feldarbeit integriert und lernen sehr viel, da bleibt sonst nicht viel Zeit. Wir greunden naechte Woche auch einen Informatikclub. Das ist super cool, weil die Schueler dann mehr mit Computern zu tun haben. Im Unterricht kommt die Praxis viel zu kurz. Die Schule hat nicht genug Geld, um den Lehrer fuer zwei Stunden per Klasse per Woche zu bezahlen. Naja, irgendwie klappt es schon.

Ich wurde in einen Kirchenchor eingeladen, der zwei Mal die Woche und im Gottesdienst singt. Bin mal gespannt, wies wird. In Ndoungué wurde seit 5 Tagen das Wasser abgestellt. Es kommt von einem Staudamm. In der Trockenzeit gibt es oft Wasserprobleme. Es fliesst nur noch an bestimmten Stellen. Z.B. an der Schule. Ich muss also jeden Mogen und Abend mitm Eimer zur Schule latschen und Wasser holen, was noch dazu echt dreckig ist. Mein Trinkwasser bekomme ich aber aus Nkongsamba, wo ich ein Mal in der Woche bin. 25 Liter kosten 30 cent . Ich weiss echt nicht was ich machen soll, wenn das Wasser an der Schule abgestellt wird. Waesche  werde ich dann wohl im Fluss waschen muessen .
Noch dazu hat es aufgehoert zu regnen und es ist oberheiss. Meine kleinen Salat, Lauch und Selleriebeete schlucken leider auch ein Paar Eimer Wasser am Tag. Naja, mal sehen, was noch so kommt. Strom laueft aber zur Zeit. ich habe das Gefuehl, dass sich das abwechselt.

Heute ubernachte ich in Nkongsamba und Morgen gebe ich Wiederholungsstunden und abends gehe ich mit Schuelern in den einzigen Nightclub in Ndoungué. Es wird nicht nur afrikanische Musik gespielt, was ich ganz gut finde. Ich habe Joes letzten Blogeintarg gelesen und kann sie sehr gut verstehen. Manchmal fuehle ich mich auch alleine, aber eher selten, weil mein Haus den ganzen Tag mit Schueler)innen) bzw Freunden voll ist und ich nur von 20 Uhr bis 6 Uhr morgends Zeut fuer mich habe. Heute Morgen hat um halb sechs hat eine Nachbarin geklopft und mich um etwas zu essen gebeten "Haben Sie etwa noch geschlafen?"-aeh, ja eigentlich schon! sie wollte nicht, dass die Mutter das mitbekommt und kam daher als die family noch gepennt hat. Manchmal bin ich voll genervt und wuerde am liebsten alle rauswerfen, aber ich bin echt froh, dass ich sie habe. Sie helfen mir so viel und ich koennte garnicht mehr ohne sie. Mir fehlt allerdings ab und zu ein europaeischer Gespraechspartner, weil die Denkweise hier schon sehr anders ist. Vor allem die Einstellung zur Zeit. Einige Schueler wissen nicht wann die Schule aus ist, obwohl sie schon  jahrelang die Schule besuchen. Die Schule beginnt um 7 Uhr 20. Sie sagen Sieben Uhr. Mittags sagen sie, dass die Schule um 14 Uhr beginnt, aber sie beginnt um 14 Uhr 30. Leider kommen sie sehr oft zu spaet. Naja, so ist das halt.

Leuchten schon die Weihnachtsdekos in den Staedten und ist es kalt? Ich kaufe mir bald einen Kuehschrank und kann die von meiner Mutter mitgebrachten Weihnachtsplaetzchen darin aufbewahren .

Ich hoffe, dass es euch gut und vermisse euch sehr!!! Ich denke oft an euch, was ihr wohl gerade so treibt und wie es waere bei euch zu sein. Hab euch sehr lieb, bisous

 

 

 

5 Kommentare 14.11.08 16:05, kommentieren