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nouvelles aus Kamerun

Hallo ihr Lieben,

 mirgehts richtig gut, aber die Hitze macht mir etwas zu schaffen. Montag habe ich einen ewig langen Text geschrieben und konnte nicht zwischenspeichern, weil der PC kein Word besitzt. Dann kam natuerlich Stromausfall. Naja der Strom und das Wasser sind unberrechenbar. Ich wollte euch auf dem neusten Stand halten. Letzte Woche haben alle Schueler alle Klassenarbeiten in allen Faechern geschrieben, es kann vorkommen, dass die Schueler bis zu 5 Arbeiten am Tag schreiben, voll heftig, vor allem fuer die kleinsten. Diese Woche haben wir alle korrigiert und zurueckgegeben. Die Infoarbeiten sind ziemlich gut ausgefallen, waren auch nicht besonders schwer, weil sie nur auswendig lernen mussten. In Deutsch war es nicht ganz so gut, aber auch nicht schlecht. Ich werde aber Samstags wenn ich kann zusaetzliche Stunden geben, um den Stoff nachzuholen, weil wir spaeter angefangen haben und Spiele zu spielen, wozu sonst keine Zeit bleibt. Letzte Woche habe ich mit ihnen Memory gespielt, was mit Stefanie, die mitlerweile wieder zu Hause ist, vorgeschlagen hat. Das hat ihnen super viel Spass gemacht und sie kennen spielerisches Lernen und Gruppenarbeit nicht.

 An dem Tag als ich mit meiner Deutschklasse die Infoarbeit geschrieben habe, kam eine Schuelerin zu uns und hat ihre Hand hingehalten, die aufs Doppelte angeschwollen war. Sie konnte keinen Stift halten, weil der Englischlehrer sie so verdroschen hatte. Das war echt heftig und ich musste mich zusammenreissen nicht vor der Klasse zu heulen. Ich habe mich noch nicht daran gewoehnt-werde ich das? heute hat der Infolehrer, Thomas mit dem Lineal auf die Koepfe der Schueler geschlagen, was ja nicht ungefaehrlich ist, obwohl er das vorher noch nie gemacht hat. Das war schon krass. Wenn die Arbeiten zurueckgegeben werden, werden sie nach der Reihe sorteiert und nacheinander werden die Schueler nach vorne gerufen, um ihre Arbeit abzuholen und die Note wird verkuendet, egal, ob sie es wollen oder nicht. Auf meine Frage, was das bringen soll, meinte Thomas, dass die unterdurchschnittlichen Schueler sich genieren und das naechste Mal besser abschneiden wuerden. Naja, ka ob es was bringt. Die Lehrer kennen ihre Schueler kaum beim Namen und es wird kein so enges Verhaeltnis aufgebaut, wie bei uns.

Mir ist erst letzte Woche richtig klqr geworden, wie arm diue Leute hier eigentlich leben. Vielleicht bin ich einfach durch meine Kindheit daran gewoehnt und kenne es, aber es hat mich och geschockt. Ein Schueler kam am Sonntag zu mir und hat gefragt; ob ich etwas zu essen habe. Er wohnt bei seinem Onkel, der 10 KIinder zu Hause hat und bekommt hoechtens ein mal am Tag etwas zu essen; vielleicht auch garnichts. Sein Vater studiert in Berlin und die Mutter ist schwerkrank. In 2 Jahren zieht er zu seinem Vater. Der magere Joel isst seit Sonntag 1 bis 2 Mal am Tag bei mir und dadurch lerne ich variantenreicher zu kochen, was bisher eher nicht so war, da ich noch keinen Kuehlschrank habe und mit dem Fleisch zum Bsp. etwas vorsichtig bin. Einmal habe ich Fleisch bestellt. Ich habe gefragt welches Tier ich esse-Antwort: Buschfleisch! es war Hase. Fisch muesste ich selber ausnehmen, was ich noch nicht kann und deshalb esse ich zur Zeit vegetarisch. wenn ich sage, dass ich den Fischkopf nicht esse, werde ich ausgelacht. Ich kann es einfach nicht. Wenn ich erzaehle, dass ich nie ein Huhn toeten koennte, haben die Maedchen mehr Verstaendnis. Huehner, Ziegen, Hunde laifen ueberall rum, auch aufm Schulhof.

Am letzten We haben wir Dulé zubereitet. Bitterleaf in Englisch, wie Spinat, aber ganz intensiv im Geschmack. Die Blaetter muessen ganz oft gewaschen werden, weil sie so bitter sind und mehrmals gekocht. Dann werden sie gemahlenen Erdnuessen und Gewuerzen vcermengt. Super lecker und man isst es mit allem. Am Abend zuvor habe ich bei einer Familie mitgeholfen Maniok in Banenblaettern mit Lianenstraengen zu umschnueren-batons de Maniok, die nach Nichts schmecken, aber hier geliebt werden. Bald lade ich mal Fotos hoch. Es dauert aber pro Foto ca. 10 Min. Hier isst man sehr sehr viel Chili. Ich kann manche Speisen nicht essen, weil sie zu scharf sind.

Kommendes We fahre nach Banganté; etwas noerdlicher, um meine ehemaligen Nachbarn zu besuchen, due bei der Oma wohnen. Ich werde dirt uebernachten und dann am Sonntag la renne blanche besuchen. Sie ist Franzoesinn, die einen Haeuptling geheiratet hat, der verstorben ist und noch immer in Kalmerun lebt. Sie hat auch ein Buch geschrieben-meine afrikanische Leidenschaft, falls es jemanden interessiert. ich lese es gerade und finds toll. Am Sonntag besuche ich sie mit Elisabeth und einer Frauenaerztin und ihrer Toch aus Hamburg, die fuer 2 Wochen hier sind.

Am 8.11 bin ich auf eine Beerdigung in Dschang, noerdliche Studentenstadt eingeladen worden. Dort wohnen zwei deutsche Zivis, die ich dann auch besuchen werde. Mir wurde eine afrikanische Kette und ein Kleid geschveidert, das ich tragen werde. freue mich schon !

Am 20/12 kommt meine Mutter zu Besuch und wir vebringen Weihnachten zusammen. Ich wuerde super gerne ans Meer fahren, vll. nach Kribi. Jedenfalls wurde ich schon von vielen eingeladen und werde sicher nicht alleine sein.

So nur noch 5 Minuten. Ich hoffe, dass es euch gut geht und wuensche euch einen guten Studiumsstart.

Hab euch lieb, Lisa 

1 Kommentar 23.10.08 16:25, kommentieren