Ostern, Pygmäen und Umzug

Halo ihr Lieben,

„ca fait longtemps“, wie mir gesagt wird, wenn man mich in Ndoungué eine Woche nicht gesehen hat.  Es ist aber wirklich lange her seit ich das letzte Mal geschrieben habe. Seit meinem Entschluss an der Schule zu bleiben und wie geplant das Schuljahr zu Ende zu führen, hat sich meine Situation in der Schule ein wenig verbessert. Ich denke etwas zum Guten, obwohl  ich mich bestimmt auch an die Schwierigkeiten  „gewöhnt“ habe. Ich habe eine Sternchenmethode eingeführt, weil die Schüler gemacht haben, was sie wollen.  Für jede gemachte Hausaufgabe gibt es ein Sternchen. Wer fünf gesammelt hat, bekommt einen Kuli oder Bonbons (eigentlich eine sehr schlecht Idee, weil viele Schüler kein Geld für Zahnpasta haben und daher schlechte Zähne haben). Bonbons sind aber leider sehr beliebt. Wer  10 Sternchen hat, dem gebe ich einen Punkt mehr im Zeugnis. Diese Methode griff erst so langsam nach meinem Entschluss zu bleiben. Einige Schüler sind nicht daran interessiert (die die sowieso immer stören und Quatsch machen), aber über die Hälfte schon.

Der Unterricht könnte normalerweise (bei kamerunischen Lehrern) so ablaufen: Sobald der Lehrer die Klasse betritt, stehen die Schüler auf und geben keinen Ton von sich). Sie bleiben so lange stehen, bis der Lehrer ihnen die Erlaubnis erteilt, sich zu setzen. Dann kontrolliert er die Hausaufgaben (oft viel zu viele!!!). Malchance für den, der sich nicht gemacht hat. Da gibt es einige Bestrafungen, die meiner Meinung nach, den Schüler eher gegen den Lehrer auflehnen und die schon an Menschenrechtsverletzungen erinnern, aber was zählt schon meine Meinung?  Sobald ich erwähne, dass ich die Bestrafungen nicht mit ansehen möchte, werde ich ausgelacht und ich bekomme des Öfteren den Satz: „Die Weißen! Die sind so weich!“ zu hören.

Ein Mathelehrer hat die 12 Klasse aus dem Klassenraum auf die Wiese im Schulhof treten lassen. In der prallen Sonne, wo ich es nicht lange aushalte, mussten sich die Schüler hinknien und ausharren, bis der Lehrer der Meinung war, dass sie genug gelitten hatten und das nächste Mal ihre Hausaufgaben machen würden. Ob das so hilfreich war, weiß ich nicht. Die Art und Stärke der Bestrafungen hängt ist von Lehrer zu Lehrer verschieden. Es gibt Lehrer, die nur verdreschen und das ununterbrochen, und andere, die nicht schlagen! Manchmal höre ich Schreie aus den Nachbarklassen, weil ein gewisser Lehrer wieder zuschlägt. Da es ja keine Fensterscheiben, bzw. Fenster gibt, hört man halt alles!

Wenn Schüler zu spät kommen, müssen sie auf Knien zu ihrem Platz laufen, draußen bleiben (nach dem Lehrer betritt niemand die Klasse!) oder sonst irgendwelche körperlichen Bestrafungen erleiden. Fürs Schwätzen gibt es auch ein paar brutale Methoden. Entweder man peitscht mit der „chicote“ (abgeschnittenes dickeres Kabel), ohrfeigt, schlägt mit dem Lineal, lässt den Störenfried mit der Stirn an der Tafel stehen, lässt ihn sich auf den (oderdreckigen!!!!) Fußboden legen und zwar längs vor der Tafel (weiße Uniformen!) usw…Die Methoden sind also sehr krass und ich konnte mich nicht damit abfinden, dass mit den Kindern so umgegangen wird. Mittlerweile berührt es mich nicht mehr so sehr, außer wenn ich direkt dabei bin. Thomas, mit dem ich Info unterrichte, hat vorgestern wieder angefangen zu schlagen. Wenn wir im Computerraum arbeiten, schlägt er nie, aber in der Klasse ja (sind ja auch 5-mal so viele Schüler, da wir nur 10 Computer haben). Er wollte ein Mädchen, das geschwätzt hat, mit meinem Schlüsselbund verdreschen. Dann entscheid er sich doch aus Gnade dazu, die „Chicote“ zu benutzen. Bevor es dazu kam, bin ich rausgegangen. Auf mein Grund, ich wolle nicht mit ansehen, dass er schlägt, hat er gelacht.

Mit der Zeit lernt man diese Gewalt zu akzeptieren. Es ist ein Teil in der  Kultur, nicht nur in der Schule. In der Familie ebenfalls. Es wird sehr grob miteinander umgegangen und mache würden den Umgang mit Kindern und ihre Pflichten im Haushalt usw…als Kinderabreit bezeichnen. Ich habe mich damit abgefunden und bin sogar der Meinung, dass es ein Mittelding geben müsste. In der westlichen Kultur werden die meisten Kinder zu verwöhnt und bekommen was sie wollen. Davon können die Kinder hier nur träumen. Wenn sie Älteren keinen Respekt zeigen, gibt’s ne Tracht Prügel, und zwar nicht zu sanft. Zu Weihnachten gibt’s es vielleicht einen Kuli, Heft, Radiergummi, oder nichts. Das sind also zwei Extreme, die für beide Seiten nicht gut sind.

Ich wollte euch mal beschreiben, wie sich ein Lehrer verhält und was die Schüler von ihm erwarten. Jetzt könnt ihr meine Schwierigkeiten bestimmt besser nachvollziehen. Da ich nicht schlage, und das die einzige Methode ist, um die Schüler ruhigzustellen (nach Lehrern und auch Schüler sagen es), habe ich natürlich viele Probleme das Quatschen zu stoppen.  Zwischenzeitlich hatten Schüler den Klassenraum verlassen, wann sie wollten. Das ist hier unvorstellbar! Wenn ein Schüler das macht, heißt es, dass er keinen Respekt zeigt und bestraft werden muss. Jetzt habe ich eine Abmachung getroffen, die mich etwas Geld kostet, aber dafür einigermaßen funktioniert.

Mittwoch fand die Generalversammlung der Lehrer statt, worüber ich eine Stunde vorher informiert wurde und wie so oft meine ganzen Pläne umschmeißen musste. Es fand nämlich auch eine Sitzung des Deutschlehrerkreises zur gleichen Zeit statt. Sie sollte also um 12 beginnen. Ich, noch im westlichen denken drin, kam gegen 12 Uhr 05 an. Niemand da, war klar. Der stellvertretende Direktor, der die ganze Zeit in seinem Büro saß, meinte mich noch darauf aufmerksam machen zu müssen, das die Sitzung um 12 beginnt und nicht später. Er kam dann ne Stunde später… Ich wartete also und ging zwischendurch etwas essen, kam wieder und der Saal war schon etwas gefüllter. Aber vom Direktor und Stellvertreter noch keine Spur. Um 13 Uhr ging’s dann los…naja, besser als wenn man wartet und niemand kommt (kann auch vorkommen)!

Nach ein paar schwierigen Unterrichtswochen, begannen die Osterferien. In der ersten Woche hatte ich geplant den Mount Cameroon mit einer DED-Freiwilligen zu besteigen. Ich bekam aber ziemlich fiese Entzündungen an meinen Füßen, die mir das vermiesten. Es tat mir sehr Leid für Lea, aber ich konnte es halt nicht ändern. Bald ist es aber zu spät, weil die starken Regen einsetzen. Lea und ich haben eine Nacht dann in Buéa bei anderen DEDlern verbracht, wo der M C liegt. Dann sind wir für 2 Tage nach Limbe gefahren, was nicht weit ist. Meine Füße wurden besser, dank Antibiotischer Creme, Tabletten. Am Ende der Woche fuhr ich Nach Nkongsamba und am Tag darauf nach Bangou, einem Dorf in der Westprovinz Kameruns. Ein Peacecorps wurde zum Prinzen, also Mitglied des Beraterstabs des Dorfoberhauptes ernannt. Am Abend davor fand die größte "Whitemenparty" in Kamerun statt. Bestimmt 30 peacecorps, 10 japanische Volontäre und wir paar Deutsche waren da. Die traditionelle Feier war interessant und sehenswert. Meinem Fuß ging’s immer besser und ich fuhr an dem Abend noch nach Bamenda zu den Mädels von Brot für die Welt, die auch in Bangou waren.

 Dann kam mein Vater Anfang April zu Besuch. Ich habe ihn vom Flughafen abgeholt. Wir schliefen in der deutschen Seemannsmission, wo es einen Pool gibt! Habe mich riesig aufs Schwimmen gefreut. Bin also ca. 5 Minuten im Wasser, als ein Kellner mich an den Rand ruft, um mir mitzuteilen, dass die vor ein paar stunden etwas zum saubermachen rein gekippt hätten, dass nicht so gut für die Haut sei und ich solle doch um halb elf nachts!!! Wieder schwimmen. Na klar, um halb elf! Er machte einen eher unbesorgten Eindruck, sodass ich weitergeschwommen bin. Dann rief mich ein amerikanischer Arzt aus dem Pool, der echt milchig war, und meinte ich solle sofort rauskommen, mich duschen und einen LiterWasser trinken. Die Mission hätte irgendwas Aggressives zum Säubern benutzt, dass es einem verbietet innerhalb von 12 Stunden ins wasser zu steigen. Die Säuberung war 2 Stunden her! Er meinte es könne zu starken Verbrennungen kommen usw…ich bin dann schnell unter die Dusche gesprungen. Nichts ist passiert, aber dass ein Schild mit sowas wichtigem fehlt, ist nach meinen Beobachtungen, typisch ?afrikanisch?. Naja,  ansonsten verlief der Aufenthalt recht ruhig. Eigentlich hatten wir vor nach Kribi zu fahren, wo es die schönsten weißen Sandstrände Kameruns gibt, aber das war uns zu weit weg. Sind also wieder nach Limbe J (Ich kenne die Stadt mittlerweile ganz gut ). Mein Vater hat auch den Direktor und Aufseher und meine Lieblingsnachbarn kennengelernt. Sie haben sich riesig gefreut und uns aufwendig empfangen. Der Direktor hat sich für uns wahrscheinlich in Um kosten gestürzt…

Nach dem Rückflug meines Vaters, ging die Schule am Ostermontag wieder los. Ich bin froh an der Schule geblieben zu sein, aber freue mich sehr auf Douala. In zwei Wochen, am 15.05 habe ich meinen letzten Schultag, wo ich Gummibärchen verteilen werde J. Meinen Deutschschülern hatte ich Sauerkraut zum Probieren ausgeteilt, das mir meine Mutter mitgebracht hatte. Sie fanden es köstlich! Ich habe die letzte Klassenarbeit korrigiert und festgestellt, dass es eine Hand voll Schüler gibt, die wirklich etwas gelernt haben. Am Anfang wollte ich allen helfen und war natürlich deprimiert, dass es nicht geklappt hat (wie auch?). Heute weiß ich, dass ich Individuen helfen konnte, die davon vielleicht langfristig profitieren. Wenn das viele tun, kann man mit vielen kleinen Schritten etwas bewegen. „Viele klein Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern!“

Es ist witzig, das alle diejenigen, die ich bisher getroffen haben und die unterrichten, genau die gleichen Erfahrungen machten wie ich und es nicht mögen. Viele Peacecorps unterrichten in ähnlichen Situationen wie ich und es ist super, dass ich jetzt einige von ihnen kenne und mich austauschen kann.

Letzes Wochenende bin ich mit Elisabeth und Dr. Lackner, der für 3 Woche zum Mitarbeiten in der Klinik da war, nach Kribi gefahren. Kribi ist wunderschön. Feiner weißer Sandstrand, unmittelbar am Strand Palmen und Urwald! Leider gibt es ab und zu die nette Gesellschaft von Feuerquallen…ich wurde mal wieder Opfer einer, die sich an meinem linken Oberschenkel festgebrannt hat. Sie wird aber nicht so ein nettes Überbleibsel hinterlassen, wie am Arm…Habs gleich mit Zitrone, Essig und Aloe Vera behandelt und es heilt gut ab.

In Douala bleibe ich für 3 Monate und komme wahrscheinlich Ende August zurück. Freue mich auf und wünschte euch jetzt in die Arme schließen zu können!

 

 

 

2 Kommentare 2.5.09 15:25, kommentieren

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bonne année et séminaire intermédiaire

Es ist zwar schon lange her, aber trotzdem wünsche ich euch noch ein frohes neues Jahr ! In den Weihnachtsferien bin ich nach Douala gefahren, um meine Mutter vom Flughafen abzuholen. Eigentlich hatten wir vor Weihnachtenin Ndoungué zu verbringen, aber es kam etwas dazwischen. In Ndoungué angekommen, war meine Mutter erstmal baff unter welchen Bedingungen ich lebe und uns wurde erzählt, dass in der Nachbarschaft gestohlen wurde und überfâlle stattgefunden hatten. In der Weihnachtszeit wird halt mehr als sonst gestohlen...Als wir das aber hörten haben wir uns dazu entschlossen in Nkongsamba zu bleiben. Ich habe mich riesig über eure Geschenke und die Weihnachtsplätzchen gefreut !

Heilig abend war zwar anders als im kalten Deutschland, aber sehr schön. Am 27/12 sind wr dann nach Limbe ans Meer gefahren. Limba liegt am Fusse des Mount Cameroon und in der anglophonen Südwestprovinz. Als der Mt. C. das letzte Mal ausgebrochen ist, ist die Lava bis an die Küste gelaufen und man kann heute auf ihr herumspazieren. meine Mutter und ich waren dafür aber zu faul und haben es uns lieber am vulkanischen Sandstrand gut gehen lassen . Und ich bin siet 4 Monaten das erste mal wieder geschwommen!!! das war sooooooo geil und dazu im badewannenwarmen Atlantik!

Wir sind auch mal im Botanischen Garten, sehr schön, aufm markt usw gewesen... zufälligerweise habe ich Felix, einen Freiwilligen aus Dschang und eine Freundin, Christina, am Strand (Mile 11) getroffen.Das war echt witzig. Leider sind sie schon am 31.12 zurück gefahren. Meine Mutter und ich haben Silvester im Hotel am Strand und unter Palmen gefeiert. eigentlich wollten wir das Hiotel wechseln, weil wir nicht am obligatorischen "Galadinner" teilnhemen wollten, aber die anderen Hotels haben teureres oder nichts angeboten. Also doch das galadinner, was sich total gelohnt hat. Es war super lecker, viel zu trinken und ein paar kamerunische Popstars sind aufgetreten.

Am 1/01 ist meine Mutter abgeflogen und ich bin wieder zurück nach Ndoungué gefahren. Seit dem schlafe ich nicht mehr alleine im haus. Eine Nachbrain hat mir angebioten, dass ihr Tocher, Gisele, bei mir schlafen kann. Sie ist 14 und eine Infoschülerin von mir. Habe essofort angenommen und es klappt echt gut. sie kommt abends und verlâsst gegen halb 7 das haus. 

Der Januar ging schnell rum. Klausuren wurden geschrieben und ich habe nur noch auf Zwischenseminar mit den Brot-für-die-Welt-Freiwilligen gefreut. Bin Ende Januar nach Bamenda, anglophone Nordwestprovinz gefahren. Caro, Lina, Neele und Sarah heissen die 4 super netten Mädels, die mich gleich aufgenommen haben. das Seminar lief richtig gut und ich konnte endlich über meine Probleme sprechen. Mir ist richtig deutlich geworden, dass ich sehr einsam gewesen bin und dadurch die Wochemit den Mädels richtig genossen habe. Ich habe mit dem Gedanken gespielt die Schule zu verlassen, weil die Gewalt zu ertragen nicht leicht ist. Das Problem ist, dass ich niemanden in Ndoungué habe, der mich versteht. ich brauche eine/n "Weissen", hört sich echt blöd an, ist aber so. Klar rede ich mit Kamerunern darüber, aber sie können nicht verstehen, dass mit die Gewalt in Schule und Familie sehr nahe geht. Für sie ist es ganz normal. Dazu kommt, dass ich einen Arbeitsplatz ersetze, was nach den Richtlinien eigentlich verboten ist? dadruch wird von mir erwartet, dass ich mich wie alle anderen lehrer verhalte und unterrichte? In Bamenda ist mir klar geworden, dass ich zu viel Verantwortung habe und ich "nur" eine Freiwillige bin, von der man das nicht erwarten kann. Ich habe mit einigen vom schulpersonal darüber gesprochen, die bis dahin dachten, dass ich für drei Jahre bleibe und eine Lhererin bin. Naja, da sieht man mal, wie gut sie sich um mich kümmern und interesseirt sind...

Eins ist sicher: ich ziehe von Ndoungué weg! Ich unterrichte weiterhin, sind noch knapp 3 Monate Unterricht, aber kann meine Erlebnisse nicht immer für mich behalten und verdrängen. Sonst besteht die gefahr, dass ich zurückkomme und euch nur schlechte Dinge vom eigentlich wunderschönen Kamerun erzâhle! das will ich UNBEDINGT vermeiden und das ist ja auch nicht der Sinn dieses Jahres!

Nächstes We fahre ich mit Caro, Lina, Neele und Sarah nach Yaoundé zur deutschen Botschaft, müsste mich mal so langsam melden . Wir sehen uns bestimmt ein bisschen die Stadt an und treffen Ameriker. Es gibt hier viele Peaceècorps-Volunteers und zu denn will ich auch noch Kontakt aufnehmen. Leider ist Nkongsamba ein ziemlich "freiwilligenloser" Fleck...

Ansonsten geht es mir gut . Hoffe, dass ich euch nicht allzu schockiert habe. Schicke euch gaaaaaaaaaaaaaaanz viele sonnig heisse Grüsse, seit umarmt,

eure Lisa

 

 

 

6.2.09 16:45, kommentieren

congés de Noël

Lange her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe...Ich hatte viel zu tun. Das erste Trimester des Schuljahres geht nächste Woche am 18.12 mit dem Anfang der Weihnachtsferien zu Ende. Da jedes Trimester aus zwei Sequenzen, die jeweils in 6 Wochen gegleidert sind, besteht und in jeder Sequenz eine Klassenarbeit in jedem fach geschrieben wird, war es wieder an der Zeit Arbeiten zu konzipieren und zu korrigieren. Die troisieme (10 Klasse), premiere (12 Klasse) und Terminale (13) haben harmonisierte Klausuren von der Provonz Littoral (so heisst die Provinz in der ich unterrichte und wohne) geschrieben. Jeden Mittwoch und Samstag haben sie zwei Wochen lang geschrieben. Samstags vom 8 Uhr bis teilweise 18 Uhr mit einer halben oder einer Stunde Mittagspause. Teilweise 2 Stunden Französisch und dann 2 Stunden Mathe, Pause und am Nachmittag 4 Stunden Physik oder so ähnlich. Es ist glaube ich auch verboten zzwischendurch zu trinken und zu essen. Echt krass und wir heulen bei 4 Stunden Abiklausur rum, wo wir sogar Körbeweise Schokolade usw...mitbringen dürfen. Ich habe mich gewundert, wie die Schüler das aushalten. In der troisieme sind mache erst 13 oder 14 Jahre alt!
Sie haben aber nicht immer viel geschrieben. Höchtens vielleicht 5 Seiten in 3 Stunden. Wahrscheinlich stimmt das Verhältnis von Zeit zu Aufgaben nicht. Bei unseren Vioerstündigen haben manche 15 Seiten geschrieben. 

Ich habe diese Sequenz fleissig Spicker gesammelt, als Andenken aber ich war nicht zu streng mit den Schülern...

Seit Montag findet kein Unterricht mehr statt. Die meisten Lehrer sind nicht fest angestellt, sondern kommen von Nkongsamba oder Umgebung und sind daher bloss ein paar Stunden die Woche am College. Sie werden nicht mehr bezahlt, ka ob es an Geld fehlt oder weshalb. Jedenfalls kommen die Schüler auch nicht mehr. Am Montag haben ein partenariat mit anderen Partnercolleges in Kamerun, ua das college New Bell in Douala, wo ich ursprunglich hinsollte. Das ganze Personal wird nach Nkong fahren und fur drei Tag an diesem seminar teilnahmen. Wir haben einen Stoff bekommen und sind zur Schneiderin gegangen, um daraus ein Kaba, das traditionelle Kleid der Douala schneidern zu lassen. Jedes College hat einen eigenen Stoff und Kopftuch. ich verstehe nicht, weshalb der Direktor fur das ganze Personal den Stoff bezahlt, aber die Lehre nicht weiterbezahlen kann...Naja, andere Werte. es wird sehr viel Wert auf Prasentation und Auftreten gelegt.

 Ich hatte diie letzten zwei Wochen mit einer fetten Erkaltung zu kampfen, bei 35 Grad eigentlich nicht vorstellbar. Hier sagt man, dass es der Staub ist. Die Regenzeit hat namlich aufgehört und die Trockenzeit begonnen. Mitlerweile gehts aber wieder gut. Es ist echt richtig heiss geworden und es gibt immernoch Wasserprobleme. Wasser fliesst nur an der Schule, die zum Gluck 200 Meter entfernt ist. Das heisst Jeden Morgen und Abend Eimer schleppen...Naja, wenigstens bleibe ich so ein wenig in Bewegung ...Ich bin bisher 2 Mal le tour de Ndoungué, also die Ndounguérunde gelaufen. das wars aber auch. Vielleicht werde ich anfangen Fussball oder Handball zu spielen. Die Schulklassen spielen gegeneinander und es gab auch ein SchUler-lehrerspiel. Fussball ist hier so beliebt! Uberall laufen Leute mit Eto'o t-shirts rum.

Leider habe ich nicht genug Zeit, um alles machen zu Kônnen. Neben dem Unterricht leite ich den Deutschclub, den Informatikclub, arbiete am Aufbau der Bibliothek, singe im Chor und der Haushalt. Im deutschlcub bereiten wir uns auf den Kulturtag im Januar vor, an dem wir 3 Geichte einen Sketh uber AIDS und einen traditionellen Tanz auffuehren werden.

Im Infoclub, den wir gerade erst gegrundet haben, geht es darum praktisch zu arbeiten, was im Unterricht viel zu kurz kommt. Morgen werde ich z.B. versuchen die Hardware genauer vorzustllen. Muss alles noch auf Franzoeisch ubersetzen...Im Februar wollen wir einen Ausflug ans College New Bell machen, weil die wihl viele PC und Internetanschluss haben.

Ja, Internet. Im Januar soll ein Internetcafé in Ndoungué eroffnet werden. ich hoffe, das es klappt. Bisher muss ich immer nach Nkong fahren.

Bis Weihnachten ist es nicht mehr lange, aber davon merkt man hier garnichts. Nirgendwo sieht man Deko oder hört Weihnachlieder im Radio. Und das wetter passt einfach nicht dazu. Ich habe mit meinen Schulern aber Stille Nacht und o Tannenbaum gesungen und ihnen Bilder vom Schnee gezeigt. Die meisten koennen sich nicht vorstellen, wie fiese kalt es werden kann. In Nkong sehe ich ab und zu einen gummiweihnachtsbaum zum Verkauf stehen, aber ansonsten ist jeder Tag wie der andere. Weihnachten wird hier aber gefeiert, schliesslich ist es ein christliches Fest. In der Kirche ubven die Kinder schon fuer die Weihnachtsauffuhrungen und im Kirchenchor haben wir auch schon begonnen Weihnachtslieder zu singen.

heute habe ich einen Kühlschrank gekauft endlich!!! Jetzt kann ich endlich mal wieder kaltes Wasser trinken .

 ich muss jetzt los, bin auf die Weihnachstfeier der Augenklinik von Elisabeth eingeladen. Konnte noch Stunden weiterschreiben.

 Hab euch lieb, hoffe es geht euch gut!

 

2 Kommentare 13.12.08 17:23, kommentieren

Nkongsamba-Dschang-Nkongsamba

Es ist lange her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Die Wochen verfliegen hier nur so, zumal ich als Lehrerin jetzt fast nur noch in Wochenabschnitten denke, weil ich so meinen Unterricht, Klassenarbeiten und Wochenenden plane. Meine Mutter kommt ueber Weihnachten und ich habe schon ein schoenes Hotel in Limbé, ein Touriort, gebucht. Ich freue mich schon so sehr mal wieder schwimmen zu gehen!

Das letzte We bin ich nach Dschang, einer grossen Universitaetstadt, gefahren, weil ich dort auf eine Beerdigungsfeier eingeladen wurde. Ich habe bei zwei Zivis uebernachtet, die beide mit dem  Internationalen Bund hier sind, aber nicht von Weltwaerts gesponsort werden. Sie wohnen bei einer Familie, dessen Vater der 13 Jahre in Deutschland studiert hat und gleichzeitig Chef eines Ortes in der Naehe von Dschang ist. Der Chef ist Direktor einer privaten anglophonen Grundschule, wo die beiden Joseph und Felix als Deutsch-und Informatiklehrer arbeiten. Sie sprechen aber kein Franzoesisch, brauchen auch nur Englisch in der Schule. Das Haus ist der oberhammer! Riesig, mit richtiger Dusche, Kachelboden, Waschmaschine usw...Ich habe es sehr genossen dort zu uebernachten .

Die Beerdigungsfeier ging den ganzen Samstag. Wenn ein Familienmitglied gestorben ist und die Familie Geld hat, dann veranstaltet sie nach einigen Jahren oder jedes Jahr eine Feier, um an den Verstorbenen, Verstorbene zu erinnern und ihn, sie zu ehren. Ich habe also zunaechst ein afrikanisches Kleid bekommen. Den Stoff sucht die Familie des Verstorbenen aus. Es ist an den Schultern ein wenig eng. Ich habe mich ein wenig  gefreut, weil das zeigt, dass meine Muskulatur nicht ganz abgebaut ist .

Danach gings zum Haus der Familie, wo schon fleissig gekocht wurde. Ich wurde von allen herzlich begruesst und empfangen. Wir haben etwas getrunken und sind zu einem Platz gelaufen, wo die Taenze stattgefunden haben. Alle Gaeste sind "einmarschiert" und haben sich gesetzt oder einen Kreis gebildet. Die Familienmitglieder in der Mitte. es wurde getrommelt und gesungen, getanzt und dann kamen einige Gaeste aus dem Dorf der Familie in traditioneller Kleidung und haben getanzt, das war richtig cool. Nach dieser Zeremonie haben wir uns am Buffet bedient und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Ratte gekoste! Der Kopf war so gross wie ein Katzenkopf! Ich wuerde es nicht nochmal essen, aber die Erfahrung war es wert. Am abned bin ich mit Felix und Joseph was trinken gegangen, Bier natuerlich und am Sonntag waren wir in der Kirche und ich bin nach Hause gefahren. Die Fhart war sowas von eng! Ich weiss nicht, wie die Leute es 6 Stunden so aushalten koennen, sie sind wahrscheinlich einfach daran gewoehnt. Zwischendurch hatte der Bus eine Panne und ich dachte schon, dass ich die Nacht in dem unbekannten Dorf verbringen muss. Es ging aber schnell weiter und ich kam rechzeitig zu Hause an. Jedenfalls werde mich die beiden im neuen Jahr mal besuchen kommen, nachdem sie den Mount Cameroun bestiegen haben. Joseph, der auch Lariam-Malariaprophylaxe einnimmt wie ich, hat des oefteren Halluzinationen. Er sieht irgendwelche rieseninsekten und trauemt ganz wirres Zeug. Ich bin froh, dass ich das Zeug vertrage!!! Jedoch traeume ich von Leuten, mit denen ich eigentlich nie was zu tun habe, bzw hatte und ich habe ein wenig Haarausfall, was aber auch am Wasser liegen koennte.

Mitlerweile haben wir einen Deutschclub gegrundet, dessen Oberhaupt eine Praesidentin ist. Finde ich richtig cool. Im Vorstand ist nur ein Junge. Es ist aber so schwierig einen termin zu finden, wo die Schueler Zeit haben. Wir haben erstmal versucht den Club in die Mittagspause zu legen, aber die Schueler haben Hunger und gehen Heim zum Essen. Mittwochs, wo der Nachmittag frei ist gehts auch nicht, weil es Konfiunterricht gibt und die Schueler Wiederholungsstunden haben. Wir treffen uns also zwei mal die Woche am Ende der Mittagspause. Das erste treffen war nicht ganz erfolgreich, vielleicht 10 Schueler-aber immerhin! Die Schueler sind hier so stark in den Haushalt und die Feldarbeit integriert und lernen sehr viel, da bleibt sonst nicht viel Zeit. Wir greunden naechte Woche auch einen Informatikclub. Das ist super cool, weil die Schueler dann mehr mit Computern zu tun haben. Im Unterricht kommt die Praxis viel zu kurz. Die Schule hat nicht genug Geld, um den Lehrer fuer zwei Stunden per Klasse per Woche zu bezahlen. Naja, irgendwie klappt es schon.

Ich wurde in einen Kirchenchor eingeladen, der zwei Mal die Woche und im Gottesdienst singt. Bin mal gespannt, wies wird. In Ndoungué wurde seit 5 Tagen das Wasser abgestellt. Es kommt von einem Staudamm. In der Trockenzeit gibt es oft Wasserprobleme. Es fliesst nur noch an bestimmten Stellen. Z.B. an der Schule. Ich muss also jeden Mogen und Abend mitm Eimer zur Schule latschen und Wasser holen, was noch dazu echt dreckig ist. Mein Trinkwasser bekomme ich aber aus Nkongsamba, wo ich ein Mal in der Woche bin. 25 Liter kosten 30 cent . Ich weiss echt nicht was ich machen soll, wenn das Wasser an der Schule abgestellt wird. Waesche  werde ich dann wohl im Fluss waschen muessen .
Noch dazu hat es aufgehoert zu regnen und es ist oberheiss. Meine kleinen Salat, Lauch und Selleriebeete schlucken leider auch ein Paar Eimer Wasser am Tag. Naja, mal sehen, was noch so kommt. Strom laueft aber zur Zeit. ich habe das Gefuehl, dass sich das abwechselt.

Heute ubernachte ich in Nkongsamba und Morgen gebe ich Wiederholungsstunden und abends gehe ich mit Schuelern in den einzigen Nightclub in Ndoungué. Es wird nicht nur afrikanische Musik gespielt, was ich ganz gut finde. Ich habe Joes letzten Blogeintarg gelesen und kann sie sehr gut verstehen. Manchmal fuehle ich mich auch alleine, aber eher selten, weil mein Haus den ganzen Tag mit Schueler)innen) bzw Freunden voll ist und ich nur von 20 Uhr bis 6 Uhr morgends Zeut fuer mich habe. Heute Morgen hat um halb sechs hat eine Nachbarin geklopft und mich um etwas zu essen gebeten "Haben Sie etwa noch geschlafen?"-aeh, ja eigentlich schon! sie wollte nicht, dass die Mutter das mitbekommt und kam daher als die family noch gepennt hat. Manchmal bin ich voll genervt und wuerde am liebsten alle rauswerfen, aber ich bin echt froh, dass ich sie habe. Sie helfen mir so viel und ich koennte garnicht mehr ohne sie. Mir fehlt allerdings ab und zu ein europaeischer Gespraechspartner, weil die Denkweise hier schon sehr anders ist. Vor allem die Einstellung zur Zeit. Einige Schueler wissen nicht wann die Schule aus ist, obwohl sie schon  jahrelang die Schule besuchen. Die Schule beginnt um 7 Uhr 20. Sie sagen Sieben Uhr. Mittags sagen sie, dass die Schule um 14 Uhr beginnt, aber sie beginnt um 14 Uhr 30. Leider kommen sie sehr oft zu spaet. Naja, so ist das halt.

Leuchten schon die Weihnachtsdekos in den Staedten und ist es kalt? Ich kaufe mir bald einen Kuehschrank und kann die von meiner Mutter mitgebrachten Weihnachtsplaetzchen darin aufbewahren .

Ich hoffe, dass es euch gut und vermisse euch sehr!!! Ich denke oft an euch, was ihr wohl gerade so treibt und wie es waere bei euch zu sein. Hab euch sehr lieb, bisous

 

 

 

5 Kommentare 14.11.08 16:05, kommentieren

nouvelles aus Kamerun

Hallo ihr Lieben,

 mirgehts richtig gut, aber die Hitze macht mir etwas zu schaffen. Montag habe ich einen ewig langen Text geschrieben und konnte nicht zwischenspeichern, weil der PC kein Word besitzt. Dann kam natuerlich Stromausfall. Naja der Strom und das Wasser sind unberrechenbar. Ich wollte euch auf dem neusten Stand halten. Letzte Woche haben alle Schueler alle Klassenarbeiten in allen Faechern geschrieben, es kann vorkommen, dass die Schueler bis zu 5 Arbeiten am Tag schreiben, voll heftig, vor allem fuer die kleinsten. Diese Woche haben wir alle korrigiert und zurueckgegeben. Die Infoarbeiten sind ziemlich gut ausgefallen, waren auch nicht besonders schwer, weil sie nur auswendig lernen mussten. In Deutsch war es nicht ganz so gut, aber auch nicht schlecht. Ich werde aber Samstags wenn ich kann zusaetzliche Stunden geben, um den Stoff nachzuholen, weil wir spaeter angefangen haben und Spiele zu spielen, wozu sonst keine Zeit bleibt. Letzte Woche habe ich mit ihnen Memory gespielt, was mit Stefanie, die mitlerweile wieder zu Hause ist, vorgeschlagen hat. Das hat ihnen super viel Spass gemacht und sie kennen spielerisches Lernen und Gruppenarbeit nicht.

 An dem Tag als ich mit meiner Deutschklasse die Infoarbeit geschrieben habe, kam eine Schuelerin zu uns und hat ihre Hand hingehalten, die aufs Doppelte angeschwollen war. Sie konnte keinen Stift halten, weil der Englischlehrer sie so verdroschen hatte. Das war echt heftig und ich musste mich zusammenreissen nicht vor der Klasse zu heulen. Ich habe mich noch nicht daran gewoehnt-werde ich das? heute hat der Infolehrer, Thomas mit dem Lineal auf die Koepfe der Schueler geschlagen, was ja nicht ungefaehrlich ist, obwohl er das vorher noch nie gemacht hat. Das war schon krass. Wenn die Arbeiten zurueckgegeben werden, werden sie nach der Reihe sorteiert und nacheinander werden die Schueler nach vorne gerufen, um ihre Arbeit abzuholen und die Note wird verkuendet, egal, ob sie es wollen oder nicht. Auf meine Frage, was das bringen soll, meinte Thomas, dass die unterdurchschnittlichen Schueler sich genieren und das naechste Mal besser abschneiden wuerden. Naja, ka ob es was bringt. Die Lehrer kennen ihre Schueler kaum beim Namen und es wird kein so enges Verhaeltnis aufgebaut, wie bei uns.

Mir ist erst letzte Woche richtig klqr geworden, wie arm diue Leute hier eigentlich leben. Vielleicht bin ich einfach durch meine Kindheit daran gewoehnt und kenne es, aber es hat mich och geschockt. Ein Schueler kam am Sonntag zu mir und hat gefragt; ob ich etwas zu essen habe. Er wohnt bei seinem Onkel, der 10 KIinder zu Hause hat und bekommt hoechtens ein mal am Tag etwas zu essen; vielleicht auch garnichts. Sein Vater studiert in Berlin und die Mutter ist schwerkrank. In 2 Jahren zieht er zu seinem Vater. Der magere Joel isst seit Sonntag 1 bis 2 Mal am Tag bei mir und dadurch lerne ich variantenreicher zu kochen, was bisher eher nicht so war, da ich noch keinen Kuehlschrank habe und mit dem Fleisch zum Bsp. etwas vorsichtig bin. Einmal habe ich Fleisch bestellt. Ich habe gefragt welches Tier ich esse-Antwort: Buschfleisch! es war Hase. Fisch muesste ich selber ausnehmen, was ich noch nicht kann und deshalb esse ich zur Zeit vegetarisch. wenn ich sage, dass ich den Fischkopf nicht esse, werde ich ausgelacht. Ich kann es einfach nicht. Wenn ich erzaehle, dass ich nie ein Huhn toeten koennte, haben die Maedchen mehr Verstaendnis. Huehner, Ziegen, Hunde laifen ueberall rum, auch aufm Schulhof.

Am letzten We haben wir Dulé zubereitet. Bitterleaf in Englisch, wie Spinat, aber ganz intensiv im Geschmack. Die Blaetter muessen ganz oft gewaschen werden, weil sie so bitter sind und mehrmals gekocht. Dann werden sie gemahlenen Erdnuessen und Gewuerzen vcermengt. Super lecker und man isst es mit allem. Am Abend zuvor habe ich bei einer Familie mitgeholfen Maniok in Banenblaettern mit Lianenstraengen zu umschnueren-batons de Maniok, die nach Nichts schmecken, aber hier geliebt werden. Bald lade ich mal Fotos hoch. Es dauert aber pro Foto ca. 10 Min. Hier isst man sehr sehr viel Chili. Ich kann manche Speisen nicht essen, weil sie zu scharf sind.

Kommendes We fahre nach Banganté; etwas noerdlicher, um meine ehemaligen Nachbarn zu besuchen, due bei der Oma wohnen. Ich werde dirt uebernachten und dann am Sonntag la renne blanche besuchen. Sie ist Franzoesinn, die einen Haeuptling geheiratet hat, der verstorben ist und noch immer in Kalmerun lebt. Sie hat auch ein Buch geschrieben-meine afrikanische Leidenschaft, falls es jemanden interessiert. ich lese es gerade und finds toll. Am Sonntag besuche ich sie mit Elisabeth und einer Frauenaerztin und ihrer Toch aus Hamburg, die fuer 2 Wochen hier sind.

Am 8.11 bin ich auf eine Beerdigung in Dschang, noerdliche Studentenstadt eingeladen worden. Dort wohnen zwei deutsche Zivis, die ich dann auch besuchen werde. Mir wurde eine afrikanische Kette und ein Kleid geschveidert, das ich tragen werde. freue mich schon !

Am 20/12 kommt meine Mutter zu Besuch und wir vebringen Weihnachten zusammen. Ich wuerde super gerne ans Meer fahren, vll. nach Kribi. Jedenfalls wurde ich schon von vielen eingeladen und werde sicher nicht alleine sein.

So nur noch 5 Minuten. Ich hoffe, dass es euch gut geht und wuensche euch einen guten Studiumsstart.

Hab euch lieb, Lisa 

1 Kommentar 23.10.08 16:25, kommentieren

bonsoir

Vielen Dank fuer eure Antworten und e-mails! Ich habe ein Handy, das gut funktioniert, aber leider nicht in meinem Haus in Ndoungue (Dungé ausgesprochen)! Ich kann nur auf der Terasse einigermassen gut telefonieren und daher bitte ich euch vor 19 Uhr deutscher Zeit anzurufen, da es hier dann 18 Uhr ist und es dann so langsam dunkel wird. Meine Nummer ist: 00237 fuer Kamerun und dann 77245733. Wenn ihr vom Festnetz anruft ist es glaube ich am billigsten. Eine Billigvorwah ist 01057. Kann sein, dass man damit nicht immer durchkommt.

also: 01057 0237 77245733

Ja seit 2 Wochen bin ich nun Prof d'allemand und informatique und es laueft ganz gut. Der Deutschunterricht laueft besser als der Informatikunterricht, wo ich eingentlich nur daneben sitze und selber Vokabeln und den Inhalt lerne. Mein Franzoesisch ist noch so schlecht, dass ich zwar kleine Unterhaltungen fuehren kann, aber mehr noch nicht. Ich verstehe immer mehr, kann aber nicht so fluessig reden. Mit der Zeit wird es aber besser. Diese Woche war ich auf einem Treffen eines Deutschvereins einiger Deutschlehrer in diesem Kreis. Das war echt interessant, weil ich erfahren habe; dass einige Schulen Deutschclubs gegreundet haben, wie DeutschAGs. Diese culbs unternehmen Ausfluege, singen, spielen Theater usw...Wir wollen einen Kulturtag fuer alle clubs veranstalten, wo sich die Schueler austauschen koennen, Fussball und Handball spielen und einen Deutschwettbewerb veranstalten. Vielleicht kann ich mit dem Deutschkollegen einen Club an unserer Schule gruenden.Gestern war ich an einem lycee (staatl. Gymnasium) im Nachbarort, wo ich einem Lehrer zugesehen habe; wie er Deutsch unterrichet. Er wird sich auch mal meinen Unterricht anschauen. Heute habe ich Augenops in der Augenklinik von Elisbeth beobachtet. Das war echt voll interessant!

Ich wohne also jetzt in Ndoungue in einem Haus mit einem Wohnzimmer, Schlafzimmer, Gaestezimmer (besucht mich!!!! ich habe genug Platz), Kueche und Bad. es ist echt riesig und ich fuehle mich etwas unwohl, weil nebenan eine Familie wohnt-zu 5. Naja, es wird jedenfalls immer wohnlicher und Ndoungue ist super schoen. Drumherum kann ich mich garnicht sattsehen an der Natur, es ist naemlich von 2 Bergen umgeben und ueberall gibt es Palmen, Bananen, Obstbaeume usw...Es ist angenehm warm, ich brauche keine Jacke, und die Nachbarn sind nett. Sie haben 3 Toechter, die mich jeden Tag besuchen und mir alles zeigen. Bald zeigen sie mir ihr Feld, das sie bepflanzen und wovon sie unter anderem ihre Lebensmittel bekommen.

Ich hatte schon meinen ersten Stromausfall, natuerlich als ich gerade unter der "Dusche" stand und die ersten Begegnungen mit Krabbelzeug, Ameisen und vor allem Karkalaken. Ich habe aber eine bestimte Kreide, die die Karkalaken fernhaelt. In der ersten Nacht bin ich aufgewacht, weil ich dachte, dass jemand versucht einzubrechen. Ich habe ein kratzen und Rascheln gehoert, was aber gleuklicherweise von unter dem Dach kommt.

Am letzten We war ich mit Stefanie und einem Freund, bzw. unserem kamerunischen Guide auf einem der Berge , wo es zwei Seen gibt (malelake und femalelake), dazu gibt es auch eine Geschichte, die ich aber nicht ganz verstanden habe. Es wird jedenfalls nur im Femalelake gebadet. Wir sind mit dem Taxi, dann mit dem Motorrad hochgefahren. Erstmal hatte das Taxi einen Platten, wurde aber schnell ausgewechselt. Danach gings weiter auf vll. 1500m Hoehe und es bat sich uns ein atemberaubender Anblick! Die Landschaft dort oben ist nicht so tropisch wie am Fusse des Berges, sondern eher wie in Schottland. Es gibt Pferde und  Schafe und es ist neblig. Der eine See ist blau, der andere gruen, obwohl sie nebeneinander liegen. Es war ein toller Ausflug und wir haetten ohne unseren Guide das 4fache bezahlt.

Naechste Woche melde ich mich wieder, habe zur Zeit Freitags keinen Unterricht. Habe an euch gedacht als der MTP war und druecke euch fest die Daumen fuer die Deutschen naechstes We! Hoffe, dass es euch gut geht.

Hab euch lieb eure Lisa

3 Kommentare 27.9.08 16:48, kommentieren

erste Schulwoche

am Montag war ich gerade dabei einen Eintarg zu schreiben, als Stromausfall war oder der Server abgestuerzt ist. Dann hatte ich keine Lust mehr von vorne anzufangen.

Das letzte Wochenende war richtig interessant. Ein Mann von der Firma Anamed kam nach Nkongsamba und hat einen Kurs ueber traditionelle, natuerliche Pflanzenmedizin in den Tropen gehalten. Das Klinikpersonal, Stefanie die deutsche Studentin; Ingrid eine Freundin Elisabeths aus der Yaounde nahmen noch teil. Wir haben gelernt welche Pflanzen uns umgeben und was ihre Heilkraefte sind und bewirken. Aus allenmoeglichen Pflanzen haben wir Medizin gegen die haufigsten Infektionen, Erkrankungen hergestellt. Teilweise sehr einfach zu produzieren und billig, leider aber auch sehr zeitaufwendig.

Z.B haben wir einen Blackstone hergestellt, der sonst sehr teuer ist. Er saugt Gift aus Wunden und Abzessen. Man muss einen Kuhknochen saeubern, mit einer Saege in kleine Stuecke schneiden und dann in Alufolie ins Feuer legen. Jedesmal; wenn er benutzt wurde, legt man ihn wieder ins Feuer und er ist funktinstuechtig. Wir haben Bodylotion, Lippenbalsam, Creme gegen Rheumatismus, Pilzinfektionen, Wuermer usw...selber produziert! Echt toll!

Samstagabend habe ich das Nachleben in Nkongsamba erkundet. Ich war mit Freunden (Klinikmitarbeitern) in einem Nachtklub, wie eine kleine deutsche Disko. Es wurde nur afrikanische Musik gespielt und viel getanzt. ich kam mir so steif wie eine Bohnenstange vor, weil ich ein ganz anderes Rhythmusgefuehl besitze! Man tanzt viel enger zusammen, egal ob die Maenner verheiratet sind oder nicht; das ist hier so. das Huepfen zu Rockmusik oder so kennt man hier nicht, es ist mehr wie Salsa. Zu vielen Rythmen gibt es bestimmte Tanzschritte, die ich noch lernen muss. Es hat jedenfalls super viel Spass gemacht. Ich habe sehr ungewoehnlichen kameruner Studenten kennengelernt, der Bismarck heisst. Er ist Zeuge Jehowas, es gibt einige Anhaenger hier. Ich unterhalte mich gerne mit den Menschen hier, um ihre Mentalitaet kennenzulernen und zu verstehen.

Montag war mein erster Schultag im College in Ndoungue, wo ich am Sonntag hinziehen werde. Da ich noch in Nkongsamba wohne, fahre ich jeden Mogen mitm Taxi oder Motorrad zur Schule. Motofahren macht so einen Spass, vor allem weil die Strassen nicht gut sind und es mir jedes Mal wie eine Safari vorkommt. Das Taxi faehrt erst los, wenn mind. 7 Leute mitfahren. 3 vorne, 4 hinten. Das heisst, man weiss nie genau wann es losfaehrt. Einmal sind wir sogar zu acht in nem Fuenfsitzer gefahren, 4 vorne mit offenem Kofferraum, weil noch sechs volle Saecke Kartoffeln oder andre Knollen mitgenommen wurden. Ich frage mich, wie der Fahrer schalten konnte. Gurte gibt es nicht, braucht man ja auch nicht, da es so eng ist.

Ich habe meinen Stundenplan am Montag erhalten. Die Schule beginnt um 7:20 Uhr und endet um 17:15 Uhr. Eine Schulstunde dauert 55 Min. Von 7:20 bis 10:05 dauern die ersten drei Stunden. Dann gibt es die erste Pause bis 10:30 Uhr. Danach ist weider Unterricht am Stueck bis 12:20 Uhr. Dann folgt eine lange Mittagspause von 2 Stunden bis um 14:30 Uhr. Von 14:30 Uhr bis 17:15 Uhr gehen die letzten 3 Schulstunden. Die Zeiten werden aber nicht immer eingehalten und es kommt darauf an, wieviele Schueler da sind. In der Abschlussklasse Deutsch ist nur eine Schuelerin. Wenn die Familie gerade kein Geld hat, um die Schule zu bezahlen, gehen die Kinder nicht oder nur teilweise in die Schule bis es wieder Geld gibt. Das ist auch der Grund weshalb die Klassen vom Alter her sehr gemischt sind und in der Abschlussklasse viele schon Mitte 20 sind.

Ich unterrichte die quatrieme alleine in Deutsch, in Deutschland waere das die 7. Klasse. Es ist das erste Jahr fuer sie. Sonst unterrichte ich noch Informatik in allen Klassen, gluecklicherweise mit einem anderen Lehrer zusammen. Mit meinen Franzoesischkenntnissen waere es unmoeglich alleine zu unterrichten. Wenn ich in Ndoungue eingezogen bin, wird sich mein Franz. verbessern; weil ich gezwungen bin nichts anderes zu sprechen.

Ich habe neben meinen Problemen im Franz. auch Schwierigkeiten Autoritaet zu erlangen, zumal ich sehr jung; weiss- la blanche; blond und eine Frau bin. Dazu kommt, dass ich die Schueler nicht bestrafe wie es hier ueblich ist. Es sind zwei Aufseher eingestellt; die waehrend des Unterrichts an den "Fenstern" ohne Glasscheiben patroullieren und jeden Scueler, der nicht aufpasst, rauskommandieren und mit einer Art Leder, Gummipeitsche bestrafen. Vll, schlagen sie auch mit der Hand zu. Schueler, die frech sind und stoeren werden von Lehrern auf die Knie kommandiert oder in die Ecke mit dem Geischt zur Wand auf die Knie geschickt. Da die Schueler auch zu Hause geschlagen werden, kennen sie das schon.

Da ich nicht schlagen werde, muss ich mir eine andere Methode der Respektschaffung ueberlegen. Es ist nicht so; dass die Schueler brav sind und still, obwohl man das meinen wuerde, da Schule ein Privileg fuer Leute mit etwas Geld ist.

Naja, so laeuft das hier ab. Die Woche leif ganz gut und ich bin gespannt, wie der Lehrplan aussehen wird.

Das einzige Medium ist die Tafel. Schueler wischen die Tafel selbstverstaendlich. Mit Papier, da es kein Wasser gibt. Computer, Beamer, Projektoren, Arbeitsblaetter gibt es hier auch nicht. Kopieren ist hier nicht ueblich und zu teuer. Es wird alles von der Tafel abgeschrieben. Wir sind also sehr verwoehnt und beglueckt in Europa. Gestern hat es so stark aufs Wellblechdach geregnet; dass ich schreien musste! Licht gibt es nicht und es zieht, da keine Glasscheiben vorhanden sind. Man hoert also auch jedes Wort in den anderen Klassenraeumen. Daran muss ich mcih noch gewoehnen. Achja, ein anderer Deutschlehrer hatte eine Schlange bei sich im Klassenraum! Ich werde meinen Blackstone also immer bei mir tragen !

Wenn ihr mich erreichen wollt: 00237 77245733. Am besten abends gegen 20 oder 21 Uhr in deutscher Zeit. Hier ist es eine Stunde frueher.

Schreibt mir, berichtet mir, was ihr so macht und was es Neues in Kelkheim, Hofheim, Mainz, Hanau, Marburg, Freiburg oder wo auch immer in Deutschland gibt! Ich freue mich immer riesig ueber eure Emails! Es tut immer sehr gut von euch zu hoeren!

Hab euch lieb,

Lisa

 

 

1 Kommentar 19.9.08 12:11, kommentieren